Familienstützpunkte in Bayern – Unterstützung der Umsetzung

Das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales hat das Modellprojekt „Familienstützpunkte“ in die Fläche gebracht und ein bayernweites Förderprogramm zur strukturellen Weiterentwicklung kommunaler Familienbildung und von Familienstützpunkten erlassen. Das ifb unterstützt die teilnehmenden kreisfreien Städte und Landkreise bei der Umsetzung.

Hintergrund

Das Gesamtkonzept zur Eltern- und Familienbildung in Bayern aus dem Jahr 2010 betont die Verortung der Familienbildung in der Jugendhilfe: Sie wird entsprechend der rechtlichen Basis in § 16 SGB VIII als Aufgabe der Jugendämter vor Ort definiert. Um ein dieser Konzeption entsprechendes, bedarfsorientiertes und abgestimmtes Angebot auf kommunaler Ebene zu entwickeln, braucht es einer stärkeren Verankerung der entsprechenden Zuständigkeit im Jugendamt. Nötig sind – unter Federführung des örtlichen Trägers der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe – zudem eine differenzierte Planung mit Bestands- und Bedarfsermittlung, die Formulierung eines kommunalen Familienbildungskonzepts sowie die Schaffung wirksamer Netzwerkstrukturen vor Ort unter aktiver Beteiligung aller relevanten Akteure.

Zwischen April 2010 und Juni 2013 erprobten im Rahmen des Modellprojekts „Familienstützpunkte“ zunächst elf bayerische Landkreise und kreisfreie Städte die Umsetzung des Gesamtkonzeptes in der Praxis und richteten Familienstützpunkte als wohnortnahe Kontakt- und Anlaufstellen für alle Familien ein. Dabei durchliefen sie die einzelnen Umsetzungsschritte auf kommunaler Ebene modellhaft und sammelten vielfältige Erfahrungen.

Das ifb begleitete die Modellphase wissenschaftlich und betreute die Standorte in fachlicher Hinsicht. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung und die Erfahrungen der Standorte wurden in eine Handreichung aufgenommen – ergänzt um Handlungsempfehlungen des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales. Darüber hinaus wurde ein Abschlussbericht der wissenschaftlichen Begleitung vorgelegt.

Zum 1. Juli 2013 erließ das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales ein bayernweites Förderprogramm zur strukturellen Weiterentwicklung kommunaler Familienbildung und von Familienstützpunkten. Seitdem können die örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe in Bayern unter bestimmten Voraussetzungen auf Antrag Sach- und Personalkosten erhalten für:

  • eine Koordinierungsstelle für die Eltern- und Familienbildung und für die Familienstützpunkte (Koordinierungsstelle) beim örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe,
  • die Bestandsaufnahme, Bedarfsanalyse und Konzepterstellung für die Eltern- und Familienbildung auf der Ebene des örtlichen Trägers der öffentlichen Jugendhilfe sowie die regelmäßige Fortschreibung des Konzepts,
  • die Umsetzung des erstellten Konzepts einschließlich der Einrichtung von örtlichen Familienstützpunkten sowie
  • den Betrieb und die nachhaltige Sicherung der Familienstützpunkte.

Zum 1. Januar 2017 wurde mit dem Inkrafttreten der zweiten Förderrichtlinie die Laufzeit des Förderprogrammes um weitere vier Jahre bis 31. Dezember 2020 verlängert. Die Umsetzung des Förderprogramms wird durch verschiedene Maßnahmen unterstützt, an welchen auch das ifb beteiligt ist.

Derzeit nehmen 37 bayerische Landkreise und kreisfreie Städte am Förderprogramm teil. In diesen Kommunen gibt es aktuell bereits insgesamt 138 Familienstützpunkte. (Stand 1. März 2018).

Projektverlauf

Begleitend zum staatlichen Förderprogramm unterstützt das ifb die neu hinzukommenden kreisfreien Städte und Landkreise bei der Umsetzung der einzelnen Projektschritte. Der Schwerpunkt liegt insbesondere darauf, Erfahrungen aus der Modellphase weiterzugeben, fachliche Inputs zu geben und geeignete Arbeitshilfen, wie z. B. Erhebungsinstrumente, verfügbar zu machen. Der Wissenstransfer wird auf verschiedenen Wegen sichergestellt. Hierzu organisiert das ifb Workshops, insbesondere aber auch Fach- bzw. Fortbildungstage, die seit 2014 jährlich wechselnd stattfinden. Der zweite Fortbildungstag 2017 stand unter dem Motto „Gemeinsam Weiterdenken“, an dem rund 100 Fachkräfte der Familienbildung aus ganz Bayern teilgenommen haben.

Am 5. Juli 2018 findet der dritte Fachtag "Familienbildung im Aufbruch – Begegnungen gestalten" statt.nach oben

Teaser Familienstuetzpunkt
Projektinfo

Das Projekt wird durch das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales gefördert

Laufzeit: 6/2013 bis 12/2018

Projektteam: Dr. Adelheid Smolka, Dipl.-Soz. Regina Neumann, Dipl.-Soz. Doris Lüken-Klaßen

Ansprechperson: Dipl.-Soz. Regina Neumann

Fach- und Fortbildungstage

Fachtag "Familienbildung im Aufbruch – Begegnungen gestalten.
5. Juli 2018 in Nürnberg

Zur Dokumentation