Forschungsschwerpunkte

Die Forschungsprojekte des ifb sind so vielfältig wie das Familienleben und die Familie selbst: Sie reichen von der vorgeburtlichen Familienphase bis zur Lebenssituation im Alter, von der Kinderlosigkeit bis zu großen Familien, von den verschiedenen Lebensformen der Familie bis zu den unterschiedlichen Mustern des Zusammenlebens in der Familie.

Am ifb gibt es verschiedene Forschungsbereiche, in denen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über einen längeren Zeitraum hinweg arbeiten. Diese sind Familienberichterstattung, Familienbildung, Familiengründung, Vielfalt und Dynamik von Familie sowie Arbeitsteilung in der Familie.

Familienberichterstattung

Im Bereich der Familienberichterstattung beobachtet das ifb die Veränderung der Familie. Beispiele hierfür sind die Zunahme von Formen des Zusammenlebens, das steigende Alter beim Übergang zur Heirat und Elternschaft oder die Veränderung von sozialen und ökonomischen Verhältnissen von Familien. Eine kontinuierliche Berichterstattung über die aktuelle Situation und die Entwicklung der Familie ist für die Familien- und Sozialpolitik sowie die Administration (beispielsweise Sozial- und Jugendämter) eine unverzichtbare Basis für Entscheidungen und für die interessierte Öffentlichkeit eine wichtige Informationsquelle. Durch eine dauerhafte Berichterstattung im Rahmen des ifb-Familienreports Bayern wird eine solide und differenzierte Datenbasis für Bayern geschaffen und auf dem aktuellen Stand gehalten. Dies geschieht in Form eines Tabellenbandes, der jährlich aktualisiert wird und auf der ifb-Webseite verfügbar ist. Der Report selbst wird regelmäßig mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten neu aufgelegt.

Familienbildung

Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Bereich der Familienbildung. Durch verschiedene gesellschaftliche Veränderungen ist das Familienleben dynamischer, vielfältiger und in vielerlei Hinsicht – vor allem für die Erziehenden – auch anspruchsvoller geworden. Familienbildung soll dazu beitragen, dass Familien bei der Erfüllung ihrer Aufgaben möglichst passgenaue und bedarfsgerechte Unterstützung erhalten. Das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration fördert seit Langem die inhaltliche und strukturelle Weiterentwicklung der Familienbildung sowie die Qualitätssicherung in diesem Bereich. Das ifb unterstützt diese Bestrebungen in vielfältiger Weise, wie durch die wissenschaftliche Begleitung von Modellprojekten, die Erstellung verschiedener Materialien und Arbeitshilfen sowie durch Konzeption und Organisation von Fachveranstaltungen. Derzeit beschäftigt sich das ifb mit einer aktuell ganz bedeutsamen Zielgruppe der Familienbildung: geflüchteten Familien. Hierzu hat das Institut den Fortbildungsbedarf von Fachkräften aus diesem Bereich erhoben und führte in den Jahren 2016 und 2017 mehrere Fachtagungen zur Fortbildung durch. Aktuell wird eine Handreichung zu diesem Thema für Fachkräfte der Familienbildung erarbeitet.

Familiengründung

Eltern zu werden ist für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil ihrer Lebensplanung. Angesichts dauerhaft niedriger Geburtenraten in Deutschland und deren Konsequenzen sind Fertilitätsentscheidungen gesellschaftlich höchst relevant. Im Forschungsbereich Familiengründung hat das ifb deshalb bereits in mehreren Projekten die Lebenssituation von betroffenen Frauen und Männern mit unerfülltem Kinderwunsch sowie deren Informations- und Unterstützungsbedarf untersucht. Darüber hinaus wurden in den letzten Jahren Evaluationsinstrumente entwickelt, die zur Qualitätssicherung der bestehenden Beratungsangebote bei Kinderwunsch beitragen und den Aufbau bedarfsgerechter Unterstützungsangebote fördern sollen. Ferner stellt die Lebenssituation von Familien, welche nach erfolgreicher Inanspruchnahme reproduktionsmedizinischer Unterstützung ein Kind bekommen haben, einen weiteren Forschungsschwerpunkt für die nächsten Jahre dar. Es wird untersucht, welche besonderen Herausforderungen sich für diese Familien stellen, welche Rolle die Zeugungsgeschichte des Kindes im weiteren Familienverlauf spielt und welche Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten zwischen bereits etablierten und neuen Familienformen bestehen.

Vielfalt und Dynamik von Familie

Das Familienleben ist in den vergangenen Jahrzehnten vielfältiger geworden und auch wesentlich abhängiger von individuellen Entscheidungen. Das ifb beschäftigt sich mit Veränderung von Familienleben und verschiedenen Familienformen im Forschungsbereich Vielfalt und Dynamik von Familie. Durch Forschungsarbeiten über mehrere Jahre haben Forscherinnen und Forscher des ifb Expertisen zum Thema „Familien mit multipler Elternschaft“ erarbeitet. Der Begriff beschreibt Familien, bei denen soziale, biologische und genetische Elternschaft nicht identisch sind. Dies trifft beispielweise auf Stieffamilien, gleichgeschlechtliche Familien oder Frauen und Männer zu, die mit Hilfe reproduktionsmedizinischer Maßnahmen Eltern geworden sind. Darüber hinaus werden am ifb aus einer Lebensverlaufsperspektive typische familiale Übergänge und kritische Lebensereignisse untersucht, wie z.B. der Übergang zur Elternschaft oder Trennungen und Scheidungen.

Arbeitsteilung in der Familie

Im täglichen Zusammenleben von Familien ist die Aufgabenteilung, wie etwa bei der Erwerbstätigkeit, der Hausarbeit und der Versorgung von Kindern, ein wichtiges Thema in Familien. Traditionell ist die Arbeitsteilung in der Familie häufig dadurch geprägt, dass sich Väter stärker auf die Erwerbstätigkeit konzentrieren und Mütter stärker die Bereiche Hausarbeit und Kinderbetreuung übernehmen. Bevor Paare Eltern werden, haben Frauen und Männer meist ähnliche Anteile an den Aufgaben und verwenden ähnlich viel Zeit für Erwerbstätigkeit und Hausarbeit. Mit dem Übergang zur Elternschaft ändern sich oftmals die Vorstellungen davon, wie bezahlte und unbezahlte Arbeiten aufgeteilt werden sollten. Hierzu hat das ifb in der Vergangenheit, insbesondere im Rahmen von zwei größeren DFG-Projekten, viel geforscht. Aktuell wird im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts untersucht, wie ältere Paare in späteren Phasen des Lebenslaufs die unbezahlte Arbeit aufteilen. Ein besonderer Fokus liegt dabei unter anderem auf dem Einfluss der Verrentung und der Gesundheit.

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