Aktive Erwerbstätigkeit

Als aktiv erwerbstätig werden alle Personen bezeichnet, die in der Berichtswoche gegen Bezahlung gearbeitet haben; entweder abhängig beschäftigt, selbstständig oder als mithelfendes Familienmitglied. Personen, die wegen Krankheit, Mutterschutz, Urlaub oder Altersteilzeit nicht gearbeitet haben, zählen zwar zu den Erwerbstätigen, aber nicht zu den aktiv Erwerbstätigen.

Alleinerziehende

Alleinerziehende sind Mütter und Väter, die ohne Ehe- oder Lebenspartner mit minder- oder volljährigen Kindern in einem Haushalt zusammenleben. Elternteile mit Lebenspartner im Haushalt zählen zu den Lebensgemeinschaften mit Kindern. Vor 1998 kann in den Veröffentlichungen der amtlichen Statistik nicht zwischen der Kategorie Alleinerziehende und nichteheliche Lebensgemeinschaften mit Kindern unterschieden werden, da die nichtehelichen Lebensgemeinschaften nicht einzeln ausgewiesen werden. Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften werden erst ab 2005 in der amtlichen Statistik als eigene Kategorie aufgeführt; vor diesem Jahr fallen gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften mit Kindern in die Kategorie „Alleinerziehende“.

Alleinlebende

Alleinlebende sind Personen, die in einem Einpersonen­haushalt leben. Unbedeutsam ist hierbei der Familien­stand der allein­lebenden Person. Die Allein­lebenden sind eine Unter­gruppe der Allein­stehenden.

Alleinstehende

Alleinstehende sind Personen, die ohne Ehe- oder Lebenspartner und ohne ledige Kinder in einem Haushalt leben. Unbedeutsam ist hierbei der Familien­stand der allein­stehenden Person. So können Allein­stehende als ledige, verheiratet getrennt lebende, geschiedene oder verwitwete Personen in Ein- oder Mehrpersonen­haushalten wohnen.

Sie können sich den Haushalt mit ausschließlich familien­fremden Personen (Nicht­verwandten) teilen, beispiels­weise in einer Studenten-Wohn­gemeinschaft oder mit einem befreundeten Ehepaar. Ebenso können sie in einem Haushalt mit (nicht geradlinig beziehungsweise seiten-) verwandten Haushalts­mitgliedern leben, beispielsweise Onkel, Tante, Bruder, Schwester, Cousin oder Cousine. Allein­stehende in Einpersonen­haushalten werden als Allein­lebende bezeichnet.

Altersjahrmethode

Seit dem Jahr 2000 wird das Alter der Mutter bei der Geburt ihres Kindes über die Altersjahrmethode erfasst. Bei dieser Methode wird das exakte Alter der Mutter ermittelt – im Gegensatz zu dem nach der Geburtsjahrmethode berechneten Alter.

Armutsgefährdungsquote

Grundlage für die Berechnung der hier ausgewiesenen Armutsgefährdungsquote ist das äquivalenzgewichtete monatliche Haushalts-Nettoeinkommen. Die Armutsgefährdungsquote wird berechnet als der Anteil der Personen, deren Äquivalenzeinkommen weniger als 60% des Medians der Einkommensverteilung beträgt. Für die in diesem Band ausgewiesenen Armutsgefährdungsquoten wird das Äquivalenzeinkommen anhand der OECD-Äquivalenzskala berechnet und die Armutsschwelle pro Jahr am Median der gesamtdeutschen Einkommensverteilung ermittelt.

Bestanderhaltungsniveau

Das Bestandserhaltungsniveau entspricht dem Geburtenniveau, bei dem der Erhalt der Elterngeneration durch die Kindergeneration gesichert ist. Durch die Entwicklung der Sterblichkeit, verändert sich auch das Bestandserhaltungsniveau.

Betreuungsgeld

Das Gesetz zum Bayerischen Betreuungsgeld ist am 22. Juni 2016 in Kraft getreten. Anspruch darauf haben Eltern, die mit ihrem Kind im selben Haushalt in Bayern leben und dieses selbst betreuen und erziehen. Das Betreuungsgeld in Höhe von 150 Euro pro Monat und pro Kind kann vom 15. bis 35. Lebensmonat bezogen werden, rückwirkend ab dem 01.01.2015. Bayerisches Betreuungsgeld und Bayerisches Landeserziehungsgeld können unabhängig voneinander und gleichzeitig bezogen werden. Das Bayerische Betreuungsgeld wurde ab 01.09.2018 durch das Bayerische Familiengeld abgelöst.

Dezilsgrenzen

Zur Berechnung von Dezilen wird die Stichprobe nach der Größe des betrachteten Merkmals (z.B. Alter oder Einkommen) sortiert und die so geordnete Stichprobe anschließend in zehn gleich große Teile geteilt. Diese Teile werden Dezile genannt. Das 1. Dezil umfasst somit die zehn Prozent der Stichprobe mit den niedrigsten Werten, das 10. Dezil die zehn Prozent mit den höchsten Werten. Die Merkmalswerte (Alter oder Einkommen), die das 1. Dezil und das 9. Dezil vom jeweils nachfolgenden trennen, werden 1. und 9. Dezilsgrenze genannt. Sie werden angegeben, um die Spreizung der Verteilung zu beschreiben.

Durchschnittliches Erstheiratsalter

Das durchschnittliche Erstheiratsalter ist das Alter, bei welchem bei ledigen Personen im Durchschnitt des jeweiligen Kalenderjahres zum ersten Mal eine Eheschließung erfolgt.

Ehelösung

Dabei handelt es sich um die formelle juristische Auflösung von Ehen. Dies geschieht durch den Todesfall eines Ehepartners, Ehescheidungen, sowie durch gerichtliche Aufhebung oder Nichtigkeitserklärung der Ehe.

Ehescheidungen auf 100 Ehen

Als Basis dient die Anzahl der Ehen des vorangegangenen Jahres.

Eingetragene Lebenspartnerschaft

Eingetragene Lebenspartnerschaften sind nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz in Deutschland ein eigenes Rechtsinstitut für Lebenspartnerschaften von zwei volljährigen nichtverwandten Personen gleichen Geschlechts. Damit sind sie seit 2001 in vielerlei Hinsicht der Ehe gleichgestellt (bspw. im Güterrecht und Sozialrecht). Ab dem Jahr 2006 werden im Mikrozensus auch eingetragene Lebenspartnerschaften erfragt, wobei sie oftmals nicht als eigene Kategorie ausgewiesen, sondern unter gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften aufgeführt sind.

Elterngeld

Das Gesetz zum Elterngeld und der Elternzeit (BEEG) ist seit dem 01.01.2007 in Kraft und regelt u. a. die Höhe und Dauer der Elterngeldzahlung während der Elternzeit. Die Dauer der Elterngeldzahlung beträgt grundsätzlich 12 Monate, über zwei Partnermonate lässt sich der Auszahlungszeitraum des vollen Elterngeldes auf maximal 14 Monate unmittelbar nach der Geburt des Kindes erhöhen. Alleinerziehende haben ebenfalls Anspruch auf 14 Monate Elterngeld. Die Höhe des Elterngelds ist einkommensabhängig.

Für Kinder, die nach dem 01.07.2015 geboren wurden, kann mit dem sogenannten Elterngeld Plus die Bezugsdauer des Elterngeldes verdoppelt werden. Entscheiden sich beide Elternteile zeitgleich in Teilzeit zu gehen – mindestens für vier Monate lang parallel und zwischen 25 bis 30 Wochenstunden – erhalten sie mit dem Partnerschaftsbonus außerdem vier zusätzliche Elterngeld Plus Monate.

Erwerbstätigenquote

Die Erwerbstätigenquote gibt den Anteil der Erwerbstätigen an der Gesamtbevölkerung bzw. an bestimmten Gruppen der Bevölkerung (Erwerbstätigenquote von Frauen etc.) wieder. Erwerbstätige sind laut dem Mikrozensus bzw. der integrierten Arbeitskräfteerhebung alle Personen, die in der Berichtswoche mindestens eine Stunde gegen Entgelt gearbeitet haben (unabhängig vom rechtlichen Status der Arbeit) sowie alle Personen, die vorübergehend nicht gearbeitet haben (Mutterschutz, Elternzeit, Krankheit etc.). Als Erwerbstätige zählen aber nicht erwerbslose arbeitssuchende Personen.

Familie

In der amtlichen Statistik sind alle Eltern-Kind-Gemeinschaften, die in einem Privathaushalt leben, Familien. Das sind also Ehepaare, nichteheliche Lebensgemeinschaften, eingetragene Partnerschaften und Alleinerziehende mit ledigen Kindern, unabhängig vom Alter der Kinder oder der leiblichen Elternschaft. Vor 1996 wurde in der amtlichen Statistik das traditionelle Familienkonzept genutzt. Dabei wurden alle Ehepaare mit und ohne Kinder sowie Alleinerziehende mit bzw. ohne Lebenspartner im Haushalt als Familie definiert. Familie ist nicht gleichzusetzen mit Haushalt. In einem Haushalt können gleichzeitig mehrere Familien/Lebensformen leben (zum Beispiel ein Ehepaar ohne Kinder sowie eine alleinerziehende Mutter mit Kindern).

Familienbeihilfe

Familien, die kein Landeserziehungsgeld erhalten, etwa weil der anspruchsberechtigte Elternteil über 19 Stunden wöchentlich erwerbstätig ist, können aus Anlass der Geburt oder Adoptionspflege eines Kindes diese einkommensabhängige Familienbeihilfe erhalten.

Familienerholung

Familien mit Kindern, die sich aus finanziellen Gründen keinen gemeinsamen Urlaub leisten könnten, können beim Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS) Zuwendungen für die Familienerholung in einer Familienferienstätte in Bayern aus Haushaltsmitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration beantragen.

Familiengeld

Das Familiengeld bündelt das bisherige Bayerische Betreuungsgeld und das Bayerische Landeserziehungsgeld und stockt es auf. Das Bayerische Familiengeld ist ab dem 01.09.2018 gestartet. Für Kinder, die ab dem 01.09.2017 geboren sind, gilt ausschließlich das Bayerische Familiengeldgesetz. Bei Kindern, die vom 01.10.2015 bis zum 31.08.2017 geboren sind, gilt eine Übergangsregelung. Das Familiengeld ist eine Leistung für alle Familien, unabhängig von Einkommen, Erwerbstätigkeit und Betreuungsform. Familiengeld kann für jedes Kind im zweiten und dritten Lebensjahr beantragt werden.

Geburtenfolge

Die Geburtenfolge entspricht der Nummer der Geburt im Leben einer Frau. Im Zeitraum 2000‒2008 werden nur Kinder berücksichtigt, die eine Frau in der aktuell bestehenden Ehe zur Welt gebracht hat (eheliche Geburtenfolge). Seit 2009 wird zusätzlich die biologische Geburtenfolge ermittelt.

Geburtenziffer

Die rohe Geburtenziffer gibt das Verhältnis der Anzahl der Geburten zur Bevölkerungsgröße an. In der Regel wird dabei ausgewiesen, wie viele Kinder je 1.000 Einwohner innerhalb eines Jahres geboren wurden. Die altersspezifische Geburtenziffer zeigt die Relation zwischen der Zahl der von Müttern eines bestimmten Alters geborenen Kinder und der Zahl aller Frauen dieses Alters. Die altersspezifische Geburtenziffer gibt somit an, wie viele Kinder jede Frau eines bestimmten Jahrgangs im Durchschnitt in dem Jahr geboren hat. Durch die Addition der altersspezifischen Geburtenziffern wird die zusammengefasste Geburtenziffer berechnet. Sie ist ein Maß zur Beschreibung des aktuellen Geburtenverhaltens und gibt an, wie viele Kinder eine Frau durchschnittlich in ihrem Leben bekommen würde, wenn ihr Geburtenverhalten so wäre wie das aller Frauen, die im betrachteten Kalenderjahr zwischen 15 und 49 Jahre alt sind. Die zusammengefasste Geburtenziffer berechnet sich nach der Geburtsjahrmethode, d.h. das Alter der Mutter wird berechnet als Differenz zwischen dem Geburtsjahr des Kindes und dem Geburtsjahr der Mutter.

Geburtsjahrmethode

Bis zum Jahr 2000 wurde das Alter der Mutter bei der Geburt nach der Geburtsjahrmethode berechnet, d.h. als Differenz zwischen dem Geburtsjahr des Kindes und dem der Mutter. Einer Frau wird damit bereits zu Beginn des Jahres, in dem ihr Kind geboren wird, das Alter zugewiesen, das sie in dem Jahr erreichen wird, unabhängig davon, in welchem Monat sie Geburtstag hat. Nach dieser Methode wurde eine 1979 geborene Frau, die im Januar 1997 ein Kind bekam, nicht als minderjährige Mutter erfasst, auch wenn sie erst im Dezember volljährig wurde.

Geringfügige Beschäftigung

Bei einer geringfügigen Beschäftigung handelt es sich um ein Arbeitsverhältnis mit gesetzlich definiertem Höchstbetrag (auch Minijob oder 450-Euro-Job). Geringfügig beschäftigte Personen sind nach deutschem Recht nicht sozialversicherungspflichtig (Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung). Eine Befreiung von der Rentenversicherung ist möglich.

Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft

Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften können in der amtlichen Statistik durch verschiedene Methoden erfasst werden. Eingetragene Lebenspartnerschaften erfassen die gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften, die nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz von 2001 diesen Familienstand haben. Nicht eingetragene gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften werden nach dem sogenannten Fragekonzept über die freiwillige Abfrage nach einem Partner oder einer Partnerin im Haushalt erfasst. Dieses Konzept unterschätzt mutmaßlich die echte Zahl gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften. Das Schätzkonzept auf Basis der personellen Haushaltszusammensetzung erfasst eine höhere Zahl von gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften.

Haushalt

Als (Privat-)Haushalt zählt/zählen

  • jede zusammen wohnende und eine wirtschaftliche Einheit bildende Personen­gemeinschaft (Mehr­personen­haushalte) sowie
  • Personen, die allein wohnen und wirtschaften (Einpersonen­haushalte, zum Beispiel auch Einzel­untermieter).

Zum Haushalt können verwandte und familien­fremde Personen gehören (zum Beispiel Haus­personal). Gemeinschafts­unterkünfte gelten nicht als Haushalte, können aber Privat­haushalte beherbergen (zum Beispiel den Haushalt des Anstalts­leiters). Haushalte mit mehreren Wohn­sitzen (Wohnungen am Haupt- und einem oder mehreren Neben­wohn­sitzen) werden mehrfach gezählt. In einem Haushalt können gleichzeitig mehrere Familien/Lebens­formen leben (zum Beispiel ein Ehepaar ohne Kinder sowie eine allein­erziehende Mutter mit Kindern).

Kinder

Die amtliche Statistik definiert Kinder als ledige Kinder, die bei ihren Eltern (auch Adoptiv-, Stief- und Pflegeeltern) in einem Haushalt leben, unabhängig vom Alter der Kinder.

Kindergärten

Kindergärten sind laut dem Bayerisches Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz Kindertageseinrichtungen, deren Angebot sich überwiegend an Kinder im Alter von drei Jahren bis zur Einschulung richtet.

Kinderhorte

Horte sind laut dem Bayerisches Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz Kindertageseinrichtungen, deren Angebot sich überwiegend an Schulkinder richtet.

Kinderkrippen

Kinderkrippen sind laut dem Bayerisches Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz Kindertageseinrichtungen, deren Angebot sich überwiegend an Kinder unter drei Jahren richtet.

Kindertageseinrichtungen

Kindertageseinrichtungen sind außerschulische Tageseinrichtungen zur regelmäßigen Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern. Dazu zählen Kinderkrippen, Kindergärten, Horte und Häuser für Kinder.

Kindertagespflege

Tagespflege ist laut dem Bayerisches Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz die Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern durch eine Tagespflegeperson im Umfang von durchschnittlich mindestens 10 Stunden wöchentlich pro Kind in geeigneten Räumlichkeiten.

Landeserziehungsgeld

Das Landeserziehungsgeld ist eine einkommensgeprüfte Leistung und folgt unmittelbar auf das Elterngeld. Als Anschlussleistung beginnt der Anspruch zwingend nach dem Lebensmonat, für den letztmals Elterngeld für beide Elternteile gezahlt wurde, jedoch frühestens ab dem 13. Lebensmonat des Kindes. Das Bayerische Landeserziehungsgeldgesetz wurde durch das am 01.08.2018 in Kraft getretene Bayerische Familiengeldgesetz abgelöst. Für Lebensmonate eines Kindes, die ab September 2018 beginnen oder begonnen haben, können grundsätzlich keine Leistungen nach dem Bayerischen Landeserziehungsgeldgesetz mehr bewilligt werden.

Landesstiftung „Mutter und Kind“

Die Landesstiftung „Mutter und Kind“ hilft seit 1978 Schwangeren und Müttern, die sich in einer unverschuldeten Notlage befinden, falls gesetzliche Leistungen nicht ausreichen. Finanzielle Hilfen können u.a. Alleinerziehende und kinderreiche Familien beantragen. 

Lebensform

Lebensformen in der amtlichen Statistik befinden sich innerhalb von Privathaushalten am Hauptwohnsitz. Seit Einführung des Lebensformkonzeptes im Mikrozensus (1996) kann zwischen partnerschaftlichen Lebensformen (Ehepaare, nichteheliche Lebensgemeinschaften und gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften mit und ohne Kinder) und nichtpartnerschaftlichen Lebensformen (Alleinerziehende und Alleinstehende) unterschieden werden. In einem Haushalt können mehrere Lebensformen leben.

Lebensgemeinschaft

Unter Lebensgemeinschaften werden in der amtlichen Statistik partnerschaftliche Lebensformen verstanden, die in einem gemeinsamen Privathaushalt leben. Während bis 2004 in der amtlichen Statistik unter Lebensgemeinschaften nur gemischtgeschlechtliche Paare geführt wurden, kann seit 2005 zwischen nichtehelichen gemischtgeschlechtlichen und gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften unterschieden werden.

Als nichteheliche Lebensgemeinschaften werden gemischtgeschlechtliche Lebenspartner bezeichnet, die ohne Trauschein in einem Haushalt leben und gemeinsam wirtschaften. Ab dem Jahr 2005 werden gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften in den Veröffentlichungen der amtlichen Statistik unter Lebensgemeinschaften geführt, wobei nicht differenziert wird, ob die Partnerschaft als eingetragene Lebenspartnerschaft registriert wurde. Im Mikrozensus fällt die Frage nach der Lebenspartnerschaft nicht unter die Auskunftspflicht, die Beantwortung ist also freiwillig.

Migrationshintergrund

Im Mikrozensus bezeichnet Familie mit Migrationshintergrund eine Familie, bei der mindestens eine Person (nicht jedoch die ledigen Kinder) eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzt, die deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung erhielt oder Spätaussiedler ist, unabhängig davon, ob die Person zugewandert ist oder in Deutschland geboren wurde. Im Mikrozensus bezeichnet Person mit Migrationshintergrund eine Person, auch ein Kind, wenn sie selbst eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzt, die deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung erhielt oder Spätaussiedler/in ist, wenn ein Elternteil Spätaussiedler/in ist, die deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung erhielt oder eine ausländische Staatsangehörigkeit hat, unabhängig davon, ob die Person oder ihre Eltern zugewandert sind oder in Deutschland geboren wurden.

Nichtehelichenquote

Bei der Nichtehelichenquote handelt es sich um das Verhältnis zwischen lebendgeborenen Kindern, deren Eltern nicht miteinander verheiratet sind, und den Lebendgeborenen insgesamt. Nichtehelich geborene Kindern sind solche, die von ledigen Müttern, oder von Müttern, deren Ehe seit 300 Tagen aufgelöst ist, geboren wurden.

Öffentlich geförderte Kindertagesbetreuung

Unter der öffentlich geförderten Kindertagesbetreuung werden in Bayern alle Formen der Kinderbetreuung verstanden, welche nach dem Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz gefördert werden. Dazu gehören Kindertageseinrichtungen und die Kindertagespflege.

Rohe Eheschließungsziffer

Die Rohe Eheschließungsziffer berechnet sich aus der Zahl der Eheschließungen dividiert durch die Zahl der Einwohner (Jahresdurchschnitt) multipliziert mit 1.000.

Rohe Geburtenziffer

Die rohe Geburtenziffer gibt das Verhältnis von der Anzahl der Geburten zur Bevölkerungsgröße an. In der Regel wird dabei ausgewiesen wie viele Kinder je 1.000 Einwohner innerhalb eines Jahres geboren wurden.

Teilzeitquote

Unter der Teilzeitquote wird im Allgemeinen der Anteil der Teilzeitbeschäftigten an den Erwerbtätigen verstanden. Teilzeiterwerbstätigkeit wird im Mikrozensus zunächst an der Selbsteinstufung der Befragten festgemacht. In Verbindung mit der Angabe zu den normalerweise geleisteten Wochenarbeitsstunden wird diese Angabe dahingehend korrigiert, dass Personen mit 1 bis einschließlich 24 Wochenarbeitsstunden als teilzeitbeschäftigt in den Veröffentlichungen ausgewiesen werden. Bei Personen mit Angabe von 25 bis einschließlich 36 Wochenarbeitstunden bleibt der Originalwert, d.h. die vorgenommene Selbsteinstufung, erhalten.

Unterhaltsvorschussleistungen

Anspruch auf Unterhaltsvorschussleistungen haben nach dem Unterhaltsvorschussgesetz bis zu 12 Jahre alte Kinder – unter bestimmten Voraussetzungen auch Kinder bis zum vollendeten 18. Lebensjahr –, die bei einem alleinerziehenden Elternteil leben und nicht oder nicht regelmäßig Unterhalt vom anderen Elternteil bzw. Waisenbezüge erhalten.

Zusammengefasste Geburtenziffer

Die zusammengefasste Geburtenziffer gibt die Zusammenfassung der altersspezifischen Geburtenraten wieder. Die altersspezifische Geburtenrate gibt an, wie viele Kinder jede Frau eines bestimmten Jahrgangs im Durchschnitt in dem Jahr geboren hat. Die zusammengefasste Geburtenziffer kann also nicht wiedergeben, wie viele Kinder Frauen eines Jahrgangs insgesamt bekommen. Dies geht erst, wenn alle Frauen desselben Jahrgangs ihre fertile Phase abgeschlossen haben. Diese Kennziffer bezeichnet man als endgültige Kinderzahl und sie wird üblicherweise berechnet, wenn eine Kohorte das 50. Lebensjahr erreicht hat.

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Das heißt, die Nutzung der Grafiken ist frei. Sie dürfen sie Teilen und Bearbeiten, wenn Sie Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg – Zahlen und Fakten als Quelle nennen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden.

Info

Diese Rubrik wird durch das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales gefördert.

Kontakt: susanne.elsas@ifb.uni-bamberg.de