Aktive Erwerbstätigkeit

Die aktive Erwerbstätigenquote basiert auf der Erwerbstätigenquote, nimmt dabei aber solche Personen aus, die wegen vorübergehender Abwesenheit in der Berichtswoche nicht gearbeitet haben. Sie wird insbesondere zur Abgrenzung der Müttererwerbstätigkeit genutzt.

Alleinerziehende

Allein­erziehende sind Mütter und Väter, die ohne Ehe- oder Lebens­partner mit minder- oder volljährigen Kindern in einem Haushalt zusammenleben. Elternteile mit Lebenspartner im Haushalt zählen zu den Lebens­gemeinschaften mit Kindern.

Alleinlebende

Alleinlebende sind Personen, die in einem Einpersonen­haushalt leben. Unbedeutsam ist hierbei der Familien­stand der allein­lebenden Person. Die Allein­lebenden sind eine Unter­gruppe der Allein­stehenden.

Alleinstehende

Alleinstehende sind Personen, die ohne Ehe- oder Lebenspartner und ohne ledige Kinder in einem Haushalt leben. Unbedeutsam ist hierbei der Familien­stand der allein­stehenden Person. So können Allein­stehende als ledige, verheiratet getrennt lebende, geschiedene oder verwitwete Personen in Ein- oder Mehrpersonen­haushalten wohnen.

Sie können sich den Haushalt mit ausschließlich familien­fremden Personen (Nicht­verwandten) teilen, beispiels­weise in einer Studenten-Wohn­gemeinschaft oder mit einem befreundeten Ehepaar. Ebenso können sie in einem Haushalt mit (nicht geradlinig beziehungsweise seiten-) verwandten Haushalts­mitgliedern leben, beispielsweise Onkel, Tante, Bruder, Schwester, Cousin oder Cousine. Allein­stehende in Einpersonen­haushalten werden als Allein­lebende bezeichnet.

Bestanderhaltungsniveau

Das Bestandserhaltungsniveau entspricht dem Geburtenniveau, bei dem der Erhalt der Elterngeneration durch die Kindergeneration gesichert ist. Durch die Entwicklung der Sterblichkeit, verändert sich auch das Bestandserhaltungsniveau.

Durchschnittliches Erstheiratsalter

Das durchschnittliche Erstheiratsalter ist das Alter, bei welchem bei ledigen Personen im Durchschnitt des jeweiligen Kalenderjahres zum ersten Mal eine Eheschließung erfolgt.

Ehelösung

Dabei handelt es sich um die formelle juristische Auflösung von Ehen. Dies geschieht durch den Todesfall eines Ehepartners, Ehescheidungen, sowie durch gerichtliche Aufhebung oder Nichtigkeitserklärung der Ehe.

Eingetragene Lebenspartnerschaft

Eingetragene Lebenspartnerschaften sind nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz in Deutschland ein eigenes Rechtsinstitut für Lebenspartnerschaften von zwei volljährigen nichtverwandten Personen gleichen Geschlechts. Sie sind in vielerlei Hinsicht der Ehe gleichgestellt (bspw. im Güterrecht und Sozialrecht).

Elterngeld

Das Gesetz zum Elterngeld und der Elternzeit (BEEG) ist seit dem 01.01.2007 in Kraft und regelt u. a. die Höhe und Dauer der Elterngeldzahlung während der Elternzeit. Die Dauer der Elterngeldzahlung beträgt grundsätzlich 12 Monate, über zwei Partnermonate lässt sich der Auszahlungszeitraum des vollen Elterngeldes auf maximal 14 Monate unmittelbar nach der Geburt des Kindes erhöhen. Alleinerziehende haben ebenfalls Anspruch auf 14 Monate Elterngeld. Die Höhe des Elterngelds ist einkommensabhängig.

Für Kinder, die nach dem 01.07.2015 geboren wurden, kann mit dem sogenannten Elterngeld Plus die Bezugsdauer des Elterngeldes verdoppelt werden. Entscheiden sich beide Elternteile zeitgleich in Teilzeit zu gehen – mindestens für vier Monate lang parallel und zwischen 25 bis 30 Wochenstunden – erhalten sie mit dem Partnerschaftsbonus außerdem vier zusätzliche Elterngeld Plus Monate.

Erwerbstätigenquote

Die Erwerbstätigenquote gibt den Anteil der Erwerbstätigen an der Gesamtbevölkerung bzw. an bestimmten Gruppen der Bevölkerung (Erwerbstätigenquote von Frauen etc.) wieder. Erwerbstätige sind laut dem Mikrozensus bzw. der integrierten Arbeitskräfteerhebung alle Personen, die in der Berichtswoche mindestens eine Stunde gegen Entgelt gearbeitet haben (unabhängig vom rechtlichen Status der Arbeit) sowie alle Personen, die vorübergehend nicht gearbeitet haben (Mutterschutz, Elternzeit, Krankheit etc.). Als Erwerbstätige zählen aber nicht erwerbslose arbeitssuchende Personen.

Familie

In der amtlichen Statistik ist gegenwärtig eine Familie als familiale Lebensform definiert. Dazu zählen alle Eltern-Kind-Gemeinschaften, die in einem Privathaushalt leben. Das sind also Ehepaare, nichteheliche und gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften und Alleinerziehende mit ledigen Kindern, unabhängig vom Alter der Kinder oder der leiblichen Elternschaft.

Vor 1996 wurde in der amtlichen Statistik das traditionelle Familienkonzept genutzt. Dabei wurden alle Ehepaare mit und ohne Kinder sowie Alleinerziehende mit bzw. ohne Lebenspartner im Haushalt als Familie definiert. Es war nicht möglich, zwischen Alleinerziehenden und nichtehelichen Lebensgemeinschaften mit Kindern zu unterscheiden, da nicht nach einer nichtehelichen Partnerschaft im Haushalt gefragt wurde.

Familienerholung

Familien mit Kindern, die sich aus finanziellen Gründen keinen gemeinsamen Urlaub leisten könnten, können beim Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS) Zuwendungen für die Familienerholung in einer Familienferienstätte in Bayern aus Haushaltsmitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration beantragen.

Geringfügige Beschäftigung

Bei einer geringfügigen Beschäftigung handelt es sich um ein Arbeitsverhältnis mit gesetzlich definiertem Höchstbetrag (auch Minijob oder 450-Euro-Job).

Geringfügig beschäftigte Personen sind nach deutschem Recht nicht sozialversicherungspflichtig (Kranken-, Pflege- und Arbeitsverischerung). Eine Befreiung von der Rentenversicherung ist möglich.

Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft

Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften können in der amtlichen Statistik durch verschiedene Methoden erfasst werden. Eingetragene Lebenspartnerschaften erfassen die gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften, die nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz von 2001 diesen Familienstand haben. Nicht eingetragene gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften werden nach dem sogenannten Fragekonzept über die freiwillige Abfrage nach einem Partner oder einer Partnerin im Haushalt erfasst. Dieses Konzept unterschätzt mutmaßlich die echte Zahl gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften. Das Schätzkonzept auf Basis der personellen Haushaltszusammensetzung erfasst eine höhere Zahl von gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften.

Haushalt

Als (Privat-)Haushalt zählt/zählen

  • jede zusammen wohnende und eine wirtschaftliche Einheit bildende Personen­gemeinschaft (Mehr­personen­haushalte) sowie
  • Personen, die allein wohnen und wirtschaften (Einpersonen­haushalte, zum Beispiel auch Einzel­untermieter).

Zum Haushalt können verwandte und familien­fremde Personen gehören (zum Beispiel Haus­personal). Gemeinschafts­unterkünfte gelten nicht als Haushalte, können aber Privat­haushalte beherbergen (zum Beispiel den Haushalt des Anstalts­leiters). Haushalte mit mehreren Wohn­sitzen (Wohnungen am Haupt- und einem oder mehreren Neben­wohn­sitzen) werden mehrfach gezählt. In einem Haushalt können gleichzeitig mehrere Familien/Lebens­formen leben (zum Beispiel ein Ehepaar ohne Kinder sowie eine allein­erziehende Mutter mit Kindern).

Kinder

Die amtliche Statistik definiert Kinder als ledige Kinder, die bei ihren Eltern (auch Adoptiv-, Stief- und Pflegeeltern) in einem Haushalt leben, unabhängig vom Alter der Kinder.

Kindergärten

Kindergärten sind laut dem Bayerisches Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz Kindertageseinrichtungen, deren Angebot sich überwiegend an Kinder im Alter von drei Jahren bis zur Einschulung richtet.

Kinderhorte

Horte sind laut dem Bayerisches Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz Kindertageseinrichtungen, deren Angebot sich überwiegend an Schulkinder richtet.

Kinderkrippen

Kinderkrippen sind laut dem Bayerisches Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz Kindertageseinrichtungen, deren Angebot sich überwiegend an Kinder unter drei Jahren richtet.

Kindertageseinrichtungen

Kindertageseinrichtungen sind außerschulische Tageseinrichtungen zur regelmäßigen Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern. Dazu zählen Kinderkrippen, Kindergärten, Horte und Häuser für Kinder.

Kindertagespflege

Tagespflege ist laut dem Bayerisches Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz die Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern durch eine Tagespflegeperson im Umfang von durchschnittlich mindestens 10 Stunden wöchentlich pro Kind in geeigneten Räumlichkeiten.

Landeserziehungsgeld

Das Landeserziehungsgeld ist eine einkommensgeprüfte Leistung und folgt unmittelbar auf das Elterngeld. Als Anschlussleistung beginnt der Anspruch zwingend nach dem Lebensmonat, für den letztmals Elterngeld für beide Elternteile gezahlt wurde, jedoch frühestens ab dem 13. Lebensmonat des Kindes.

Landesstiftung „Mutter und Kind“

Die Landesstiftung „Mutter und Kind“ hilft seit 1978 Schwangeren und Müttern, die sich in einer unverschuldeten Notlage befinden, falls gesetzliche Leistungen nicht ausreichen. Finanzielle Hilfen können u.a. Alleinerziehende und kinderreiche Familien beantragen. 

Lebensform

Lebensformen in der amtlichen Statistik befinden sich innerhalb von Privathaushalten am Hauptwohnsitz. Seit Einführung des Lebensformkonzeptes im Mikrozensus (1996) kann zwischen partnerschaftlichen Lebensformen (Ehepaare, nichteheliche Lebensgemeinschaften und gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften mit und ohne Kinder) und nichtpartnerschaftlichen Lebensformen (Alleinerziehende und Alleinstehende) unterschieden werden. In einem Haushalt können mehrere Lebensformen leben.

Lebensgemeinschaft

Unter Lebensgemeinschaften in der amtlichen Statistik werden partnerschaftliche Lebensformen, die in einem gemeinsamen Privathaushalt leben, verstanden. Dabei kann zwischen Ehepaaren, nichtehelichen gemischtgeschlechtlichen und gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften unterschieden werden.

Migrationshintergrund

Eine Familie hat im Mikrozensus einen Migrationshintergrund, wenn mindestens eine Person dieser Familie (nicht jedoch die ledigen Kinder) eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzt, die deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung erhielt oder Spätaussiedler ist, unabhängig davon, ob die Person zugewandert ist oder in Deutschland geboren wurde.

Nichtehelichenquote

Bei der Nichtehelichenquote handelt es sich um das Verhältnis zwischen lebendgeborenen Kindern, deren Eltern nicht miteinander verheiratet sind, und den Lebendgeborenen insgesamt. Nichtehelich geborene Kindern sind solche, die von ledigen Müttern, oder von Müttern, deren Ehe seit 300 Tagen aufgelöst ist, geboren wurden.

Öffentlich geförderte Kindertagesbetreuung

Unter der öffentlich geförderten Kindertagesbetreuung werden in Bayern alle Formen der Kinderbetreuung verstanden, welche nach dem Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz gefördert werden. Dazu gehören Kindertageseinrichtungen und die Kindertagespflege.

Rohe Eheschließungsziffer

Die Rohe Eheschließungsziffer berechnet sich aus der Zahl der Eheschließungen dividiert durch die Zahl der Einwohner (Jahresdurchschnitt) multipliziert mit 1.000.

Rohe Geburtenziffer

Die rohe Geburtenziffer gibt das Verhältnis von der Anzahl der Geburten zur Bevölkerungsgröße an. In der Regel wird dabei ausgewiesen wie viele Kinder je 1.000 Einwohner innerhalb eines Jahres geboren wurden.

Teilzeitquote

Unter der Teilzeitquote wird im Allgemeinen der Anteil der Teilzeitbeschäftigten an den Erwerbtätigen verstanden. Sie wird insbesondere zur Beschreibung der Frauen- bzw. Müttererwerbstätigkeit genutzt.

Unterhaltsvorschussleistungen

Anspruch auf Unterhaltsvorschussleistungen haben nach dem Unterhaltsvorschussgesetz bis zu 12 Jahre alte Kinder, die bei einem alleinerziehenden Elternteil leben und nicht oder nicht regelmäßig Unterhalt vom anderen Elternteil bzw. Waisenbezüge erhalten. Unterhaltsvorschussleistungen werden maximal 72 Monate lang gezahlt.

Zusammengefasste Geburtenziffer

Die zusammengefasste Geburtenziffer gibt die Zusammenfassung der altersspezifischen Geburtenraten wieder. Die altersspezifische Geburtenrate gibt an, wie viele Kinder jede Frau eines bestimmten Jahrgangs im Durchschnitt in dem Jahr geboren hat. Die zusammengefasste Geburtenziffer kann also nicht wiedergeben, wie viele Kinder Frauen eines Jahrgangs insgesamt bekommen. Dies geht erst, wenn alle Frauen desselben Jahrgangs ihre fertile Phase abgeschlossen haben. Diese Kennziffer bezeichnet man als endgültige Kinderzahl und sie wird üblicherweise berechnet, wenn eine Kohorte das 50. Lebensjahr erreicht hat.

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