Leitfaden für niederschwellige Familienarbeit

Familienbildung hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung zugenommen. In diesem Rahmen ist eine wahre Fülle an neuen Konzepten und Modellen entstanden und viele enthalten nachahmenswerte Ideen. Daher war die Zielsetzung dieses Projektes, einen systematischen Überblick über bewährte Strategien niedrigschwelliger Familienbildung zu geben. Dieser Leitfaden soll es freien Trägern und Jugendämtern erleichtern, passgenaue Modelle der Familienbildung für verschiedene Belange und Familienformen zu entwickeln, indem auf bereits vorhandene Erfahrungen aufgebaut wird.

Gegenstand der Untersuchung

Es gibt inzwischen eine wahre Vielfalt an neuen Konzepten und Modellen, die Familien in ihrer Erziehungsarbeit unterstützen sollen. Teils verfolgen sie das Ziel ganz bestimmte, bislang wenig berücksichtigte Familien zu erreichen, teils versuchen sie möglichst alle Familien anzusprechen. Zielsetzungen und Strategien sind demzufolge sehr vielfältig. Im Rahmen des ifb-Projektes wurde eine Vielfalt von Angeboten zur Familienbildung gesammelt und analysiert. Dabei sollten Komponenten und Strategien identifiziert werde, die als Leitlinien für die Gestaltung niedrigschwelliger und präventiven Angebote dienen können.

Vor diesem Hintergrund werden im Rahmen dieses Forschungsvorhabens Angebote der Familienbildung recherchiert und analysiert, deren Anliegen die Entwicklung und Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenz ist. Dabei wurde ein Raster unterschiedlicher Kriterien der Niedrigschwelligkeitentwickelt.

Methodisches Vorgehen

Ein zentraler Baustein des Projektes war die Recherche und Dokumentation vorhandener An-gebote der Familienbildung. Sie wurden systematisiert und analy-siert. Anhand der Analyse konnten folgende Komponenten der Niederschwelligkeit gefunden werden, "Prävention", "Bedarfsgerechtigkeit" und "niederschwelliger Zugang". Sie wurden ausdifferenziert und, jeweils mit Beispielen familienbildender Angebote verdeutlicht, in einem Leitfaden dargestellt.

Ergänzend wurde in Zusammenarbeit mit örtlichen Einrichtungen und Ämtern ein Modell-vorhaben entwickelt, das der Forderung nach Prävention, Bedarfsgerechtigkeit und niederschwelligem Zugang entspricht. der aufzeigt, welche Möglichkeiten vorhanden sind, niederschwellige Familienbildung auch für andere Gruppen oder Inhalte zu realisieren.

Ergebnisse

Als Ergebnis der Recherche ist festzuhalten, dass bereits ein großes Spektrum an familienbildenden Angeboten zur Verfügung steht, die in der einen oder anderen Weise niederschwellig gestaltet sind. Die Darstellung der verwnedten Strategien erfolgt anhand von typischen Praxisbeispielen inklusive einem Hinweis auf die Projekte, so dass der Leser befähigt wird, witere Informationen einzuholen. Folgende Hauptgruppen von Angeboten wurden geblidet und weiter ausdifferenziert:

  • Angebote, die der Prävention und dem Entwicklungsgedanken verpflichtet sind.
  • Angebote, die sich am Bedarf und den Interessen von Familien orientieren.
  • Angebote, die sich durch niederschwelligen Zugang auszeichnen.

Für jeden dieser Ansätze werden Bespiele ihrer Nutzung und Einsatzmöglichkeiten aufgezeigt. Der Leitfaden beinhaltet damit nicht nur einen systematisierten Überblick, sondern zeigt insbesondere auf, in wie weit die vorgestellten Konzepte auf andere Themen oder Zielgruppen übertragbar sind.

Praxisbezug

Die Forschungsarbeit erfolgt in engem Austausch und in Kooperation mit Jugendämtern und Experten vor Ort einerseits und Fachleuten, die mit bzw. an Modellen niederschwelliger Familienbildung arbeiten, andererseits. Alle Inhalte des Projektes zielen damit unmittelbar auf die Verwertbarkeit für die Praxis der Familienbildung.

nach oben

Projektinfo

Eigenprojekt; gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen.

Laufzeit: 7/2001 bis 12/2003

Projektleitung: Dr. Marina Rupp

Projektbearbeitung: Dipl.-Psych. Rotraut Oberndorfer, Dipl.-Päd. Melanie Mengel