Aktuelle Projekte
Sara-Projekt - Beratung bei unerfülltem Kinderwunsch
Fragestellung und Zielsetzung des Projekts
Der Kinderlosenanteil ist bei den heute 30- bis 34-jährigen Frauen mit 42% im Westen und 31% im Osten Deutschlands sehr hoch. Obwohl Lebenswege ohne Kinder in unserer Gesellschaft zunehmend akzeptiert werden wünscht sich die Mehrheit der jungen Menschen Kinder und die Elternschaft bildet für viele einen zentralen Bestandteil ihrer Identität und Paarbeziehung. Aus verschiedenen Gründen bleiben allerdings heutzutage immer mehr Frauen und Paare kinderlos.
Bei ungewollter Kinderlosigkeit spielen nicht selten auch biologisch-medizinische Faktoren eine Rolle. Ihre Ursache kann in körperlichen Störungen und Fehlfunktionen oder auch in der altersbedingten Abnahme der Fertilität liegen. Davon können nicht nur Kinderlose, sondern auch Eltern mit weiterem Kinderwunsch betroffen sein. Lässt sich der Kinderwunsch nicht realisieren, so kann dies eine starke Belastung für die Betroffenen darstellen. Dadurch ausgelöste Krisen können sich auf andere Lebensbereiche negativ auswirken.
Viele Paare nutzen daher Angebote der modernen Reproduktionsmedizin und hoffen, dass eine medizinische Behandlung zu einer stabilen Schwangerschaft und zur Geburt eines Kindes führt. Häufig bedarf es dabei mehrerer aufeinanderfolgender medizinischer Eingriffe, die nicht immer erfolgreich sind.
Ein psychosoziales Beratungsangebot, welches Aufklärung, Information, Unterstützung und Entlastung zum Thema Kinderwunsch anbietet, kann für Paare sowohl vor, während als auch nach medizinischen Kinderwunschbehandlungen eine wichtige Hilfestellung sein. Dort können zum einen Fragen zur Fruchtbarkeit, zum diagnostischen Vorgehen medizinischer Untersuchungen, zu möglichen Therapieformen, Erfolgsraten und Risiken der Kinderwunschbehandlung außerhalb eines medizinischen Kontextes geklärt werden. Zudem bietet es Unterstützung in Entscheidungssituationen sowie bei der individuellen Bewältigung der verschiedenen Ereignisse während der Kinderwunschbehandlung(en).
Projektdesign
Das Sara-Projekt nimmt sich dem Thema "ungewollte Kinderlosigkeit" an und will ein umfassendes medizinisches und psychosoziales Beratungs- und Unterstützungsangebot für Frauen und Paare mit unerfülltem Kinderwunsch entwickeln. Es ist als ein Kooperationsprojekt zwischen der Schwangerenberatung von Donum Vitae und der Kinderwunschklinik in Amberg konzipiert. Die zentrale Aufgabe des Projektes ist die Einrichtung einer interdisziplinären Begleitung und Unterstützung für Frauen und Paare vor, während und nach Kinderwunschbehandlungen. Langfristig soll aus dieser Kooperation ein regelmäßig stattfindender Gesprächskreis "Ungewollt kinderlos" etabliert werden, in dem sich betroffene Frauen und Paare gegenseitig Unterstützung geben und ihre Erfahrungen austauschen können. Durch eine breite Öffentlichkeitsarbeit soll der Bekanntheitsgrad des Projektes und seiner Angebote gesteigert werden.
Die wissenschaftliche Begleitung des Projektes wird vom ifb übernommen und besteht aus folgenden methodischen Bausteinen:
- Teilnahme an Arbeitskreisen und Projektbesprechungen und Dokumentation der Projektentwicklung
- Ermittlung und Beschreibung der spezifischen Aufgaben der Schwangerenberatung im Zusammenhang mit Kinderwunschbehandlungen
- Beratung und Begleitung bei der Konzeptentwicklung sowie dem Ausbau von Kooperationsstrukturen
- Exploration der aktuellen Situation in der reproduktionsmedizinischen Praxis durch eine Expertenbefragung:
- Durchführung einer Betroffenenbefragung
- Unterstützung in der Organisation von Fachtagen und interprofessionellen Arbeitskreisen
- Zusammenfassung und Darstellung aller Ergebnisse des Projektverlaufs
Projektinfo
Wissenschaftliche Begleitung im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen
Laufzeit: Januar 2010 bis Dezember 2013
Projektleitung und -bearbeitung: Dr. Birgit Mayer-Lewis

