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Forschung


Aktuelle Projekte
Wissenschaftliche Begleitung des Modellprojektes "Netzwerk Familienpaten Bayern"

Fragestellung und Zielsetzung des Projektes

Das Zusammenleben in der Familie stellt eine vielfältige Aufgabe dar, welche die Familienmitglieder gemeinsam meistern. Im Laufe der Zeit kann es jedoch auch Phasen geben, in denen der Alltag, beispielsweise durch Armut, Arbeitslosigkeit, Belastung der Kinder durch Schule oder Trennung der Eltern, zusätzlich erschwert wird und es dazu kommt, dass Familien in eine Überforderungssituation geraten. Hier setzt das Konzept des Netzwerks Familienpaten Bayern an: Die ehrenamtlichen Familienpat(inn)en bieten zeitlich begrenzt Unterstützung in den unterschiedlichsten Bereichen wie z. B. bei Alltagsentscheidungen, im Erziehungsbereich oder bei Behördengängen an, mit dem Ziel, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.

Familienpatenschaften stellen demnach ein präventives und niedrigschwelliges Angebot dar, das Mütter und Väter in ihrem Familienalltag unterstützen soll. Im Sinne eines lebensweltlichen Ansatzes geht es darum, bereits bestehende soziale Beziehungen zu stärken, vorhandene Netzwerke zu stabilisieren, aber auch Wege zu neuen Kontakten und gegebenenfalls professionellen Hilfsangeboten zu erschließen. Eine wichtige Voraussetzung für diese Aufgabe stellt die qualifizierte Aus- und Fortbildung der Ehrenamtlichen dar sowie ihre fachliche Begleitung durch hauptamtliche Koordinatorinnen.

Der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Bayern e. V., der Katholische Deutsche Frauenbund Landesverband Bayern e. V., der Landesverband der Mütter- und Familienzentren e. V. und das Zentrum Aktiver Bürger in Nürnberg haben sich in diesem Modellprojekt zusammengeschlossen, um Familienpatenschaften bayernweit nachhaltig und flächendeckend zu etablieren. Ziele des Modellprojektes sind die Weiterentwicklung eines bestehenden Qualifizierungsprogramms und Erstellung eines Handbuchs, die Entwicklung einheitlicher Qualitätsstandards, der Aufbau und die Entwicklung von Kooperations- und Vernetzungsstrukturen insbesondere mit den Jugendämtern sowie die Entwicklung eines Konzepts zur dauerhaften institutionellen Verortung von Familienpatenschaften.

Methodisches Vorgehen

Im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen übernimmt das ifb die wissenschaftliche Begleitung des Projektes „Netzwerk Familienpatenschaften in Bayern“ und legt dabei den Fokus insbesondere auf zwei Punkte.

Erstens geht es um die Einschätzung der Schulungen aus der Perspektive der Multiplikator(inn)en und der Familienpat(inn)en. Hierzu werden die Teilnehmer(innen) direkt im Anschluss an die Schulungen um eine Einschätzung zu den Inhalten und dem Ablauf der Schulungen gebeten. Zu einem späteren Zeitpunkt werden die Schulungen erneut, im Hinblick auf die praktische Anwendbarkeit der Inhalte beurteilt.

Der zweite Ansatzpunkt der wissenschaftlichen Begleitung betrifft die Einschätzung der Familienpatenschaft in der Praxis. Um den Nutzen eines solchen Angebots abschätzen zu können, wird besonderer Wert darauf gelegt, dass neben den Einschätzungen der Familienpat(inn)en und der Koordinator(inn)en) auch die Familien ihre Erfahrungen einbringen können.

Als Erhebungsinstrumente kommen sowohl teilstandardisierte Fragebögen als auch qualitative Interviews und Gruppendiskussionen zum Einsatz.

Projektinfo

Das Projekt wird gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen

Laufzeit: 1/2010 bis 12/2012

Projektleitung: Dr. Marina Rupp

Projektbearbeitung: Dipl.-Psych. Pia Bergold, Dipl.-Soz. Annika Rinklake
 



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